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Ehemalige Lehrbeauftragte


Dr. Klaus Latzel

Curriculum vitae

Geboren 1955 in Bamberg.

Nach Schule, Zivildienst und Krankenpflegeausbildung in Hamburg 1979-1986 Studium der Neueren Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft in Hamburg und Münster.

1986 Magisterarbeit über "Wandlungen in der Einstellung zum Soldatentod zwischen dem Siebenjährigen Krieg und dem Zweiten Weltkrieg" bei Prof. Dr. Peter Borscheid.

1986 Volksuni-Projekt "68/86 - Jugendkulturen in Münster"; archivalische Forschungen für das Freilichtmuseum Detmold.

1987/88 Wissenschaftlicher Angestellter im Museum des Kreises Steinfurt in Tecklenburg.

1988-1991 Promotionsstipendiat des Evangelischen Studienwerks, Haus Villigst, Schwerte.

1991-1995 Pflegetätigkeit in der Universitätsklinik Münster.

1996 Promotion an der Universität Bielefeld mit einer Arbeit über "Kriegsbriefe und Kriegserfahrung. Deutsche Feldpostbriefe aus dem Zweiten Weltkrieg. Dokumentation, Analyse und Vergleich mit dem Ersten Weltkrieg" bei Prof. Dr. Reinhart Koselleck.

1995-1997 und 1999-2001 Wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Georg-Simmel-Edition; Mitarbeiter in den DFG‑Projekten "Sozialwissenschaftler im Ersten Weltkrieg" und "Das Briefwerk Simmels".

2000-2004 Mitherausgeber der Zeitschrift "Simmel Studies".

2001 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944" des Hamburger Instituts für Sozialforschung.

2002/03 Konzeption und Aufbau des Büros "Biographie und Gestaltung" in Bielefeld.

2004/05 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Seit 2005 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "'Unterstützende Mittel' - Doping im Sportsystem der DDR und die Rolle der pharmazeutischen Industrie".


Aktuelles Forschungsprojekt

"Unterstützende Mittel" - Doping im Sportsystem der DDR und die Rolle der pharmazeutischen Industrie


Buchveröffentlichungen

Deutsche Soldaten - nationalsozialistischer Krieg? Kriegserlebnis und Kriegserfahrung 1939‑1945. Paderborn u.a. 1998, 2. Aufl. 2000 (= Krieg in der Geschichte, hrsg. von Stig Förster, Bernhard R. Kroener und Bernd Wegner, Bd. 1).

(Hrsg.) Georg Simmel. Aufsätze und Abhandlungen 1909‑1918, Bd. II, Frankfurt/Main 2000 (= Georg Simmel-Gesamtausgabe, Bd. 13).

Vom Sterben im Krieg. Wandlungen in der Einstellung zum Soldatentod vom Siebenjähri­gen Krieg bis zum Zweiten Weltkrieg. Warendorf 1988.

(mit Ulrich Harte) Otto Modersohn - Tecklenburg 1886‑1892. Katalog zur Ausstellung im Museum des Kreises Steinfurt vom 5. Juni bis 11. September 1988. Steinfurt/Fischerhude 1988.


Aufsätze und Beiträge

(mit Christian Papilloud) Plastische Unterschiede. Physisches Leiden und Verletzbarkeit der Soziologie, in: Thomas Alkemeyer u.a. (Hrsg.), Körperliche Erkenntnis. Bielefeld 2007 (im Erscheinen).

Töten und Getötetwerden - Ambivalenzen von Erfahrung, Gewalt und Verletzbarkeit, in: Ulrich Herrmann/Rolf-Dieter Müller (Hrsg.), Feuertaufe. Junge Soldaten im Krieg. Weinheim/München 2007 (im Erscheinen).

Kriegskinder, Kriegsopfer und kriegskompetente Mädchen, in: Hans-Heino Ewers u.a. (Hrsg.), Erinnerungen an Kriegskindheiten. Erfahrungsräume, Erinnerungskulturen und Geschichts­politik unter sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive. Weinheim/München 2006, S. 207-218.

Feldpostbriefe: Überlegungen zur Aussagekraft einer Quelle, in: Christian Hart­mann/Johannes Hürter/Ulrike Jureit (Hrsg.), Verbrechen der Wehrmacht. Bilanz einer Debatte. München 2005, S. 171-181, 216-219.

Töten und Schweigen. Wehrmachtsoldaten, Opferdiskurs und die Perspektive des Leidens, in: Peter Gleichmann/Thomas Kühne (Hrsg.), Massenhaftes Töten. Kriege und Genozide im 20. Jahrhundert. Essen 2004, S. 320-338.

Gewalt, Leiden, Verletzbarkeit, in: Simmel Studies 13 (2003), S. 122-141.

Artikel "Feldpost", "Liebesgaben", "Soldatenbrief", in: Gerhard Hirschfeld/Gerd Krum­eich/Irina Renz (Hrsg.), Enzy­klopädie des Ersten Weltkriegs. Paderborn u.a. 2003.

(mit Benjamin Ziemann) German soldiers in victory, 1914 and 1940, in: Peter Liddle u.a. (Hrsg.), The Great World War 1914‑1945. Vol. 1: Lightning strikes twice. London 2000, S. 253‑277.

Soldatenverbände gegen die Ausstellung "Vernichtungskrieg" - Der lange Schatten des letzten Wehrmachtsberichts, in: Michael Th. Greven/Oliver von Wrochem (Hrsg.), Der Krieg in der Nachkriegszeit. Der Zweite Weltkrieg in Politik und Gesellschaft der Bundesrepublik. Opladen 2000, S. 325‑336.

Kollektive Identität und Gewalt. Wehrmachtsoldaten über sich und die "Anderen", in: Peter Jahn/Ulrike Schmiegelt (Hrsg.), Foto‑Feldpost. Geknipste Kriegserlebnisse 1939‑1945. Berlin 2000, S. 13-22.

Kriegsgespräche. Feldpostbriefe zwischen Kindern und Vätern im Zweiten Weltkrieg, in: Benedikt Burkard/Friederike Valet (Hrsg.), Abends wenn wir essen fehlt uns immer einer. Kinder schreiben an die Väter 1939‑1945. Heidelberg 2000, S. 119‑127.

Wehrmachtsoldaten zwischen "Normalität" und NS‑Ideologie, oder: Was sucht die Forschung in der Feldpost?, in: Rolf‑Dieter Müller/Hans‑Erich Volkmann (Hrsg.), Die Wehrmacht - Mythos und Realität. München 1999, S. 573‑588.

Kriegsbriefe und Kriegserfahrung: Wie können Feldpostbriefe zur erfahrungs­geschicht­lichen Quelle werden?, in: WerkstattGeschichte 22 (1999), S. 7‑23.

Der "Krieg von unten" in Soldatenbriefen, in: Rhein-Reden. Texte aus der Melanchthon-Akademie Köln, 2/1999, S. 33‑51.

Die mißlungene Flucht vor dem Tod. Töten und Sterben vor und nach 1918, in: Jörg Duppler/Gerhard P. Groß (Hrsg.), Kriegsende 1918. Ereignis, Wirkung, Nachwirkung. München 1999, S. 183‑199.

Die Soldaten des industrialisierten Krieges - "Fabrikarbeiter der Zerstörung"? Eine Zeu­gen­befra­gung, in: Rolf Spilker/Bernd Ulrich (Hrsg.), Der Tod als Maschinist - Der indu­stria­lisierte Krieg 1914‑1918. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Museum Industrie­kultur Osnabrück. Bramsche 1998, S. 125‑141.

Vom Kriegserlebnis zur Kriegserfahrung. Theoretische und methodische Überlegungen zur erfahrungsgeschichtlichen Untersuchung von Feldpostbriefen, in: Militärge­schicht­liche Mit­teilungen 56 (1997), S. 1‑30.

"Wille zu Deutschland" und "individuelles Gesetz" - zu Georg Simmels Argumenta­tions­struktur im Ersten Weltkrieg. Ein Vergleich mit Max Raphael, in: Simmel newsletter 7(1997), H. 2, S. 103‑114.

Tourismus und Gewalt. Kriegswahrnehmungen in Feldpostbriefen, in: Hannes Heer/Klaus Naumann (Hrsg.), Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941‑1944, Hamburg 1995, S. 447‑459; französische Fassung: Tourisme et violence. La perception de la guerre dans les lettres de la poste aux armées, in: Anne Duménil u.a. (Hrsg.), 1914-1945. L'čre de la guerre. Nazisme, occupations, pratiques génocides, tome 2: 1939-1945. Paris 2004, S. 201-215.

"Freie Bahn dem Tüchtigen!" Kriegserfahrung und Perspektiven für die Nachkriegszeit in Feldpostbriefen aus dem Zweiten Weltkrieg, in: Gottfried Niedhart/Dieter Riesenberger (Hrsg.), Lernen aus dem Krieg? Deutsche Nachkriegszeiten 1918 und 1945. Beiträge zur historischen Friedensfor­schung. München 1992, S. 331-343.

"Schlachtbank" oder "Feld der Ehre"? Der Beginn des Einstellungswandels gegenüber Krieg und Tod 1756-1815, in: Wolfram Wette (Hrsg.), Der Krieg des kleinen Mannes. Eine Mili­tärgeschichte von unten. München/Zürich 1992, S. 76-92.

Die Zumutungen des Krieges und der Liebe - zwei Annäherungen an Feldpostbriefe, in: Pe­ter Knoch (Hrsg.), Kriegsalltag. Die Rekonstruktion des Kriegsalltags als Aufgabe der histori­schen For­schung und der Friedenserziehung. Stuttgart 1989, S. 204-221.