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Wintersemester 2019/20

 

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Vorlesung
Prof. Dr. Norbert Frei
Nachkriegszeit 1945-1961
Di. 16-18 Uhr
UHG, HS 144
Beginn: 22.10.2019
Die Vorlesung behandelt Politik, Kultur und Gesellschaft im besetzten Deutschland und in den beiden deutschen Nachfolgestaaten des "Dritten Reiches" vom Ende des "Dritten Reiches" bis zum Mauerbau. Im Zusammenhang mit dem interdisziplinären gemeinsamen Hauptseminar von Prof. Frei und Prof. von Petersdorff wird die Kulturgeschichte der Nachkriegszeit, soweit dies im Rahmen einer Überblicksvorlesung möglich ist, besondere Beachtung finden. Ein weiterer Akzent liegt auf der innerdeutschen Beziehungsgeschichte, sowohl in politik- als auch in gesellschaftsgeschichtlicher Perspektive. Die Vorlesung richtet sich an Hörer aller Semester. Klausurtermin: 04.02.2020, 16-18 Uhr.
Einführende Literatur: Christoph Kleßmann: Die doppelte Staatsgründung. Deutsche Geschichte 1945-1955, Göttingen 51991. Ders.: Zwei Staaten, eine Nation. Deutsche Geschichte 1955-1970, Bonn 21997.

Grundkurs
Grundkurs Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Prof. Dr. Klaus Ries / PD Dr. Annette Weinke
Do. 10-12 Uhr
UHG, HS 024
Der Grundkurs "Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts" bildet zusammen mit einer Seminarveranstaltung das Basismodul zum 19. und 20. Jahrhundert. Der Grundkurs bietet einen an chronologischen und grundsätzlichen Themenkomplexen sowie an Forschungsfragen orientierten Überblick über die Zeit von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart. Dabei steht die deutsche Geschichte zwar im Vordergrund, europäische und außereuropäische Bezüge spielen jedoch ebenfalls eine große Rolle. Studierende sollten keine ereignisgeschichtliche Vollständigkeit, sondern einen an Grundfragen orientierten Problemaufriss erwarten, der einen Einstieg in das Studium der Neueren und Neuesten Geschichte erleichtert. Klausurtermin: 06.02.2019 (letzte Sitzung)
Einführende Literatur: Christoph Nonn, Das 19. und 20. Jahrhundert. Orientierung Geschichte, Paderborn 2007; Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009; Matthias Schulz, Das 19. Jahrhundert (1789-1914), Stuttgart 2011; Andreas Wirsching (Hg.), Neueste Zeit (Oldenbourg Geschichte Lehrbuch), München 2006; Barbara Wolbring: Neuere Geschichte studieren. Konstanz 2006; ferner sei auf die Bücher der Reihe "Oldenbourg Grundriss der Geschichte" verwiesen.

Schreibwerkstatt / Übung im Orientierungsmodul
Lese- und Schreibwerkstatt: Kalter Krieg
PD Dr. Annette Weinke
Di. 10-12 Uhr
UHG, SR 223
Der "Kalte Krieg" ist in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem eigenständigen und vielfältigen Forschungsgebiet der Zeitgeschichte/ Internationalen Geschichte avanciert, das sich dementsprechend auch dafür eignet, die Besonderheiten verschiedener methodischer Zugänge und Darstellungsformen der Geschichtswissenschaft genauer in den Blick zu nehmen.
Die Lese- und Schreibwerkstatt dient dazu, das Lesen und Verfassen fachwissenschaftlicher Texte einzuüben. Neben Grundlagen der Literaturrecherche vermittelt sie, wie fachwissenschaftliche Texte unterschiedlicher Art und Komplexität gelesen und wie sie geschrieben werden. Sie macht mit den Formen historischer Darstellung vertraut und führt in die Methodik der Geschichtswissenschaft ein. Eigene Texte werden in regelmäßigen Hausaufgaben erarbeitet und im Seminarverlauf zu einem Portfolio zusammengestellt. Zentrales Lernziel ist die argumentative Auseinandersetzung mit historischen Problemstellungen sowie die Formulierung und Präsentation eigener Positionen in einer angemessenen wissenschaftlichen Sprache.
Einführende Literatur: Christiane Beinke [u.a.], Die Seminararbeit. Schreiben für den Leser (UTB 8390), Konstanz 2011, E-Book 2011 (http://www.utb-studi-e-book.de/9783838584706); Wolfgang Schmale (Hg.), Schreib-Guide Geschichte. Schritt für Schritt wissenschaftliches Schreiben lernen (= UTB 2854). Wien 2006, E-Book 2012 (http://www.utb-studi-e-book.de/9783838528540); Bernd Stöver, Der Kalte Krieg, München 2008 (3. Aufl.); Bernd Greiner, Kalter Krieg und "Cold War Studies", Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 11.02.2010 (https://docupedia.de/zg/Cold_War_Studies).

alternativ:

Schreibwerkstatt / Übung im Orientierungsmodul
Lese- und Schreibwerkstatt: Kalter Krieg
PD Dr. Annette Weinke
Di. 14-16 Uhr
UHG, SR 141

Seminar im Basismodul
Geschichte der Psychiatrie im 20. Jahrhundert
Dr. Maik Tändler
Do. 14-16 Uhr
UHG, SR 166
Tutorium: Dr. Maik Tändler, Mi. 16-18 Uhr, UHG SR 276 (Beginn: 23.10.2019)
Die Geschichte der Psychiatrie ist auf vielfältige Weise mit den einschneidenden politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen im 20. Jahrhundert verwoben. Im späten 19. Jahrhundert zur Leitwissenschaft der medizinischen Kontrolle der "Irren" aufgestiegen, verzeichnete die Psychiatrie unter den Bedingungen massenhafter Gewalterfahrung im Ersten Weltkrieg und der Sozialstaatsexpansion in der Weimarer Republik einen weiteren Etablierungsschub. Gleichzeitig wurden bereits ökonomistische und eugenische Argumente für eine "Vernichtung lebensunwerten Lebens" (Binding/Hoche) diskutiert, die später mit der Ermordung hunderttausender Psychiatriepatienten im Rahmen der nationalsozialistischen "Euthanasie" auf radikale Weise praktisch umgesetzt wurden. In den 1960er Jahren wiederum wurde die Psychiatrie in der Bundesrepublik wie auch in zahlreichen anderen westlich-demokratischen Ländern zum Gegenstand virulenter Gesellschaftskritik; neben eine liberale, auf Humanisierung zielende Reformpsychiatrie trat dabei eine radikale Antipsychiatrie, die sich für die gänzliche Abschaffung der "totalen Institution" (Erving Goffman) der Psychiatrie einsetzte. Im Seminar werden zentrale Aspekte der hier skizzierten Psychiatriegeschichte als Gesellschaftsgeschichte mit Schwerpunkt auf der Entwicklung in Deutschland behandelt. Das verpflichtende seminarbegleitende Tutorium dient der Einübung wissenschaftlicher Arbeitsmethoden.
Einführende Literatur: Cornelia Brink: Grenzen der Anstalt. Psychiatrie und Gesellschaft in Deutschland 1860-1980, Göttingen 2010; Franz-Werner Kersting (Hg.): Psychiatriereform als Gesellschaftsreform. Die Hypothek des Nationalsozialismus und der Aufbruch der sechziger Jahre, Paderborn u.a. 2003; Dirk Blasius: "Einfache Seelenzerstörung". Geschichte der deutschen Psychiatrie 1800-1945, Frankfurt am Main 1994.

Hauptseminar / Seminar im Aufbaumodul
PD Dr. Annette Weinke
Hitlers "Neue Ordnung": Europa unter nationalsozialistischer Besatzung
Mi. 10-12 Uhr
UHG, SR 028
Als Charlie Chaplins Meisterstück "The Great Dictator" im Oktober 1940 in den USA uraufgeführt wurde, lag der deutsche Angriff gegen Polen erst wenige Wochen zurück. In der wohl unvergesslichsten Szene dieser bitterbösen Parodie tänzelt Adenoid Hynkel, Diktator von Tomania, zu den Klängen von Wagners Lohengrin mit einer übergroßen Weltkugel durch die Räume seines Palastes. Nur wenige Monate später war Europa dieser makabren Vision ein gutes Stück näher gerückt: Große Teile Osteuropas waren entweder annektiert oder standen unter deutscher Besatzungsverwaltung. Im Westen entstanden hingegen so genannte Reichskommissariate unter deutscher Führung oder von den Deutschen installierte Kollaborationsregime. In dem Seminar soll es zum einen um die Frage gehen, von welchen politischen, wirtschaftlich und ideologischen Vorstellungen sich die Nationalsozialisten beim Aufbau ihres europaweiten Imperiums leiten ließen und wie sie mit einer Mischung aus Funktionalität und Dysfunktionalität versuchten, ihre Rassedoktrin zur Grundlage einer neuen Form von kolonialer Herrschaft auszubauen. Zum anderen soll darüber nachgedacht werden, welche längerfristigen Konsequenzen sich nach 1945 aus dem Scheitern des nationalsozialistischen Ordnungsentwurfs und dem parallelen Niedergang der alten europäischen Kolonialreiche ergaben.
Einführende Literatur: Mark Mazower, Hitlers Imperium. Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus, Bonn (BpB) 2010.

Hauptseminar / Seminar im Aufbaumodul
Prof. Dr. Norbert Frei / Prof. Dr. Dirk von Petersdorff
Ein literarisch-politischer Neuanfang? Deutsche Literaturproduktion der Nachkriegszeit 1945-1961
Mi. 10-12 Uhr
HI, SR
Das interdisziplinäre Hauptseminar nimmt anhand ausgewählter Werke das literarisch-politische Leben im besetzten bzw. geteilten Deutschland in den ersten etwa eineinhalb Jahrzehnten nach dem Ende des "Dritten Reiches" in den Blick. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den spezifischen politischen wie materiellen Umständen der Literaturproduktion in der Nachkriegszeit gelten, aber auch den zeitgenössischen Debatten in der literarischen Szene, etwa zwischen Repräsentanten der Exilliteratur, der "inneren Emigration" und der "Gruppe 47". Eine Übersicht der literarischen und politischen Texte, die wir im Seminar besprechen wollen, wird einige Wochen vor Semesterbeginn über Friedolin verschickt.
Einführende Literatur: Axel Schildt/Detlef Siegfried: Deutsche Kulturgeschichte. Die Bundesrepublik 1945 bis zur Gegenwart. München 2009.

Oberseminar / Seminar im Vertiefungsmodul
Prof. Dr. Norbert Frei / PD Dr. Annette Weinke
Di. 18:30-20 Uhr
HI, SR
Das Oberseminar ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden, die im Bereich des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit Bachelor-, Master- oder Staatsexamensarbeiten beschäftigt sind oder sich darauf vorbereiten wollen, und zwar beginnend bereits im Semester vor der Anmeldung der jeweiligen Arbeit. Wird das Oberseminar im Vertiefungsmodul besucht, ist eine Besprechung des Examensthemas vor Semesterbeginn erforderlich. Darüber hinaus herzlich eingeladen sind die Studierenden des Masterstudiengangs "Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts" und die Doktoranden des Lehrstuhls. Persönliche Anmeldung in der Sprechstunde erbeten.

Kolloquium
Zeitgeschichtliches Kolloquium
PD Dr. Jochen Böhler / Prof. Dr. Frei / Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller / Prof. Dr. Volkhard Knigge / Prof. Dr. Joachim von Puttkamer / PD Dr. Tim Schanetzky / PD Dr. Annette Weinke
Mi. 18-20 Uhr
Zwätzengasse 4, SR
Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von PD Dr. Jochen Böhler, Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Joachim von Puttkamer, PD Dr. Tim Schanetzky und PD Dr. Annette Weinke gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen und aufgefordert sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.

Doktorandenschule Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts
Ort und Zeit nach Vereinbarung
Im Rahmen seiner Doktorandenschule veranstaltet das Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts fünf ganztägige Seminartage (aktuelle Informationen unter www.jenacenter.uni-jena.de). Die Teilnahme ist grundsätzlich den Mitgliedern der Doktorandenschule vorbehalten. Neue Interessenten wenden sich bitte an den Leiter des Jena Center, Prof. Dr. Norbert Frei.

Prof. Dr. Norbert Frei
Di. 16-18 Uhr
UHG, HS 235
Die aktuelle Debatte über den politischen Populismus in Deutschland und Europa sorgt nicht nur hierzulande für ein neues Interesse an der Geschichte der Weimarer Republik, das sich im Vorfeld des bevorstehenden hundertsten Jahrestags ihrer Gründung noch verstärken dürfte. Die Vorlesung folgt der ersten deutschen Demokratie von ihrer Entstehung 1918/19 bis zur Ernennung Hitlers am 30. Januar 1933 und versucht, die angesichts einer jahrzehntelangen Forschungsgeschichte vielfach selbst schon "klassisch" gewordenen fachwissenschaftlichen Kontroversen mit neueren historiographischen Ansätzen und gegenwärtigen demokratiepolitischen Fragen zu verbinden. Die Vorlesung richtet sich an Hörer aller Semester und kann auch unabhängig von Modulen besucht werden.
Klausurtermin: 31.1.2017, 16-18 Uhr
Einführende Literatur: Eberhard Kolb/Dirk Schumann, Die Weimarer Republik. 8., aktualisierte und erweiterte Auflage, München 2013; Detlev J. K. Peukert, Die Weimarer Republik. Krisenjahre der klassischen Moderne. Neuausgabe Frankfurt/Main 1996.Vorlesung
Die Bundesrepublik und die DDR in den 1960er Jahren
Prof. Dr. Norbert Frei
Di 16-18 Uhr
UHG, HS 235
Die Vorlesung behandelt die Geschichte der beiden deutschen Staaten vom Mauerbau bis zum Beginn der sozialliberalen Koalition beziehungsweise bis zum Ende der Ära Ulbricht. Schwerpunkte bilden die jeweilige innere politische und gesellschaftliche Entwicklung sowie die deutsch-deutsche Beziehungs¬geschichte. Darüber hinaus werden die Grundzüge der in-ternationalen Politik und der weltweiten sozialkulturellen Umbrüche thematisiert, die dieses Jahrzehnt prägten. Soweit dies im Rahmen einer Überblicksvorlesung möglich ist, sollen aber auch historiographische Deutungskontroversen zur Sprache kommen. So etwa die These, wonach die sechziger Jahre in der Bundes¬republik zur Periode der "inneren Begründung" der zweiten Demokratie geworden sind. Für die Entwicklung der DDR in dieser Zeit ist unter anderem zu klären, inwiefern von einer Phase der inneren Konsolidierung gesprochen wer-den kann. Die Vorlesung richtet sich an Hörer aller Semester und kann unabhängig von Grund- und Fachmodulen besucht werden.
Klausurtermin: 10.7.2018, 16-18 Uhr
Einführende Literatur: Christoph Kleßmann: Zwei Staaten, eine Nation. Deutsche Ge-schichte 1955-1970, Bonn 21997; Axel Schildt/Detlef Siegfried/Karl Christian Lammers (Hrsg.): Dynamische Zeiten. Die 60er Jahre in den beiden ¬deutschen Gesellschaften, Ham-burg 2000; Hermann Weber: Die DDR 1945-1990, München 2006 (4. Aufl.).