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Sommersemester 2019

 

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Vorlesung
Modell oder Problem Deutschland? Die Bundesrepublik im internationalen Kontext (1970-2010)
PD Dr. Annette Weinke
Di. 16-18 Uhr
UHG, HS 235
Spätestens seit den Siebzigern war die Bundesrepublik auch auf globaler Ebene präsent. Dies zeigte sich zum einen auf den Feldern der Außen- und Sicherheitspolitik, wo man sich mit dem UNO-Beitritt 1973 und dem gleichzeitig anlaufenden KSZE-Prozess schrittweise neue Handlungsspielräume verschaffen konnte. Gleichzeitig wurde Deutschland zunehmend von globalen Vernetzungs- und Verflechtungsprozessen erfasst, die Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur durchdrangen. Gegründet auf wachsendes wirtschaftliches Gewicht und weitgehende innenpolitische Stabilität, blieb die Bundesrepublik einer der Vorreiter für die europäische Integration und zentraler Akteur im Ost-West-Konflikt. Mit dem Aufkommen zahlreicher Nichtregierungsorganisationen, die auf eine konsequente Internationalisierung in der Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtspolitik drangen, gewannen außerdem Fragen des Nord-Süd-Gegensatzes weiter an Bedeutung.
Obwohl die Wiedervereinigung mit aktiver deutscher Selbsteinbindung einher ging, traten die Grenzen der Integrationspolitik in den Neunzigern mehr und mehr zutage. So fand sich das vergrößerte Deutschland nach überraschend schneller Bewältigung der "Vereinigungskrise" alsbald in der früheren "halbhegemonialen Stellung" des wilhelminischen Kaiserreichs wider. Schlagworte wie "Scheckbuch-Diplomatie" oder "Weltmacht wider Willen" machen deutlich, dass damit sowohl neue Erwartungen als auch alte Befürchtungen vor einer deutschen Dominanz geweckt wurden.
Die Vorlesung zeichnet die Internationalisierung bundesdeutscher Politik, Wirtschaft und Kultur seit den siebziger Jahren nach. Dabei wird zäsurenübergreifend nach längerfristigen Problemlagen gefragt, die sich aus der spezifischen deutschen Nachkriegssituation und dem damit verbundenen Integrationskonzept ergaben. Behandelt werden zum einen politikgeschichtliche Themen wie die Neue Ostpolitik, bundesdeutsche Reaktionen auf den Ölpreisschock, die NATO-Nachrüstungsdebatte sowie die Auseinandersetzungen um deutsche Auslandseinsätze. Zum anderen wird es um die Einordnung neuerer politisch-kultureller Phänomene gehen wie etwa die wachsende Bedeutung des Humanitarismus und einer transnationalen Holocaust-Erinnerung.
Literatur: Wolfgang Elz / Andreas Rödder (Hrsg.), Deutschland in der Welt. Weichenstellungen in der Geschichte der Bundesrepublik, Göttingen 2013; Dominik Geppert, Halbe Hegemonie: Das Deutsche Dilemma, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 63 (2013), Heft 6/7; Jan Eckel, Vielschichtiger Konflikt und transnationale Steuerung. Zur Neuinterpretation der Geschichte internationaler Politik zwischen den 1940er und den 1990er Jahren, in: Archiv für Sozialgeschichte 57 (2017), S. 497-536.

Grundkurs
Grundkurs Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Prof. Dr. Klaus Ries / PD Dr. Annette Weinke
Do. 10-12 Uhr
UHG, HS
Der Grundkurs "Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts" bildet zusammen mit einer Seminarveranstaltung das Basismodul zum 19. und 20. Jahrhundert. Der Grundkurs bietet einen an chronologischen und grundsätzlichen Themenkomplexen sowie an Forschungsfragen orientierten Überblick über die Zeit von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart. Dabei steht die deutsche Geschichte zwar im Vordergrund, europäische und außereuropäische Bezüge spielen jedoch ebenfalls eine große Rolle. Studierende sollten keine ereignisgeschichtliche Vollständigkeit, sondern einen an Grundfragen orientierten Problemaufriss erwarten, der einen Einstieg in das Studium der Neueren und Neuesten Geschichte erleichtert.
Klausurtermin: 11.07.2019 (letzte Sitzung)
Einführende Literatur: Christoph Nonn, Das 19. und 20. Jahrhundert. Orientierung Geschichte, Paderborn 2007; Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009; Matthias Schulz, Das 19. Jahrhundert (1789-1914), Stuttgart 2011; Andreas Wirsching (Hg.), Neueste Zeit (Oldenbourg Geschichte Lehrbuch), München 2006; Barbara Wolbring: Neuere Geschichte studieren. Konstanz 2006; ferner sei auf die Bücher der Reihe "Oldenbourg Grundriss der Geschichte" verwiesen.

Seminar im Basismodul
Vom Konzert der Mächte zur "neuen Diplomatie". Der Völkerbund und die Transformation der internationalen Politik
Dr. Daniel Stahl
Di. 10-12 Uhr
Die Gründung des Völkerbundes 1919 ging auf die Forderung zurück, internationale Politik völlig neu zu gestalten. Seine Befürworter in Politik und Gesellschaft hofften, mithilfe dieser Organisation die alten Muster europäischer Mächtepolitik und Hinterzimmer-Diplomatie zu überwinden, die sie für den Ersten Weltkrieg mitverantwortlich machten. Tatsächlich erfuhren die internationalen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit eine tiefgreifende Transformation. Erstmals gab es eine internationale Organisation, die für Themen wie den Minderheitenschutz, Abrüstung oder Gesundheit zuständig war. Erstmals konnten auch kleinere Staaten als formal gleichberechtigte Mitglieder die Debatten auf der internationalen Bühne mitgestalten. Gleichzeitig aber bot der Völkerbund eine Vielzahl an Möglichkeiten, Ziele und Muster traditioneller Mächtepolitik unter neuem Namen zu verkaufen. Das Seminar befasst sich mit der Geschichte des Völkerbundes und bettet sie in die längerfristigen Entwicklungen internationaler Politik ein. Welche Brüche und Kontinuitäten lassen sich in der internationalen Politik während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beobachten?
Literatur: Margaret MacMillan: Die Friedensmacher. Wie der Versailler Friedensvertrag die Welt veränderte. Berlin 2015; Zara Steiner: The Lights that Failed. European International History 1919-1933. Oxford 2005; Themenheft Globalisierung und transnationale Zivilgesellschaft in der Ära des Völkerbundes, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 54 (2006) 10.

Seminar im Basismodul
Demokratiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
PD Dr. Tim Schanetzky
Mi. 8-10 Uhr
HI, SR
Gegenwärtig erscheint beinahe wöchentlich ein neues Buch über die Krise der Demokratie, wird über ihre identitätsstiftende Kraft ebenso nachgedacht wie über ihre Usurpation durch vermeintlich unfähige "Systemparteien", fahndet man nach angemessenen Verhaltensregeln in der "Postdemokratie" oder konstatiert bündig, dass Abstimmungen schon immer undemokratisch gewesen seien. Vor diesem aktuellen Hintergrund fragt das Seminar nach Formen der Durchsetzung wie der Anfechtung von Demokratie und interessiert sich besonders für die konkrete demokratische Praxis im Deutschland des 19. und 20. Jahrhunderts. Somit wird es auch einen Überblick über jene Forschungsergebnisse der letzten anderthalb Jahrzehnte geben, die das ältere Bild von der "verspäteten Demokratie" nachhaltig verändert haben.
Einführende Literatur: Anja Kruke/Philipp Kufferath: Krisendiagnosen, Meistererzählungen und Alltagspraktiken. Aktuelle Forschungen und Narrationen zur Demokratiegeschichte in Westeuropa, in: Archiv für Sozialgeschichte, 58 (2018), S. 3-20; Paul Nolte: Was ist Demokratie? Geschichte und Gegenwart, München 2012.

Seminar im Basismodul
Eugenik, Zwangssterilisation und Krankenmord: Geburtenpolitik und Medizinverbrechen im Nationalsozialismus
Dr. Roman Birke
Mi. 14-16 Uhr
Tutorium: Dr. Roman Birke, Do. 8-10 Uhr
Kurz nachdem die Nationalsozialisten im Januar 1933 an die Macht gekommen waren, legalisierten sie die Zwangssterilisation von als erbkrank klassifizierten Menschen. Diese schnelle Umsetzung von bereits vor 1933 vorhandenen eugenischen Vorstellungen, die eine Verbesserung der Bevölkerung durch eine selektive Geburtenpolitik erreichen wollten, unterstreicht die Bedeutung, die die Nationalsozialisten der Eugenik bereits in der Frühphase des Regimes beimaßen. Dabei unterschieden sie zwischen "lebenswertem" und "lebensunwertem" Leben. Im nationalsozialistischen Krankemord, der euphemistisch als "Euthanasie" bezeichnet wurde, kamen ähnliche Kategorien zur Anwendung, wenngleich die Motive und die Radikalität der Vorgehensweise von den eugenischen Eingriffen zu unterscheiden sind. Während der sogenannten Aktion T4 wurden alleine zwischen 1940 und 1941 um die 70.000 psychisch und körperlich kranke Menschen in sechs zentralisierten Tötungsanstalten ermordet.
Das Seminar bietet eine Einführung in die Etablierung des nationalsozialistischen Regimes und beschäftigt sich im Anschluss daran mit nationalsozialistischer Geburtenpolitik ab 1933. Begleitet werden diese Darstellungen durch die Behandlung ausgewählter eugenischer Gesetze in den USA, Japan, Schweden oder Südafrika. Dadurch wird die Spezifik nationalsozialistischer Geburtenpolitik in einem internationalen Vergleich herausgearbeitet. Im Anschluss wird diskutiert, wie der Krankenmord in die Geschichte nationalsozialistischer Medizinverbrechen einzuordnen ist.
Einführende Literatur: Frei, Norbert: Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945, München 2013; Eckart, Wolfgang Uwe: Medizin in der NS-Dikatur. Ideologie, Praxis, Folgen, Köln/Wien 2012; Rotzoll, Maike u.a. (Hg.): Die nationalsozialistische "Euthanasie"-Aktion "T 4" und ihre Opfer. Geschichte und ethische Konsequenzen für die Gegenwart, Paderborn 2010.

Seminar im Aufbaumodul
Die Weimarer Republik
Dr. Maik Tändler
Do. 14-16 Uhr
UHG, SR
Vor dem Hintergrund der 100. Jahrestage von Novemberrevolution und Verfassungsgebung 2018/2019 ist in jüngerer Zeit der Gründungsphase der Weimarer Republik wieder verstärkt geschichtswissenschaftliche Aufmerksamkeit zuteilgeworden. Dabei folgen einerseits etliche Publikationen der schon seit längerem erhobenen Forderung, die erste deutsche Demokratie nicht allein unter der Perspekive ihres Scheiterns zu untersuchen, sondern auch ihre Errungenschaften und Potentiale zu würdigen. Andererseits sind ebenso die Eskalation der Gewalt in der Revolutionsphase und ihre Folgewirkungen erneut in den Blick gekommen, und in der öffentlichen Debatte um die Gefahr, die der gegenwärtige Aufstieg von Nationalismus und Rechtspopulismus für die Demokratie bedeutet, ist es die Endphase der Weimarer Republik, die als historische Vergleichsfolie (wieder) größeres Interesse findet. Mit thematischem Schwerpunkt auf der politischen Kultur sollen im Seminar neuere Ansätze der Weimar-Forschung ebenso diskutiert werden wie grundlegende ältere Forschungsbeiträge. Dabei wird auch danach gefragt werden, welche Bedeutung die Auseinandersetzung mit der Weimarer Republik nach 1945 für politische Gegenwartsfragen gehabt hat.
Einführende Literatur: Robert Gerwarth: Die größte aller Revolutionen. November 1918 und der Aufbruch in eine neue Zeit, München 2018; Mark Jones: Am Anfang war Gewalt. Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik, Berlin 2017; Andreas Wirsching/Berthold Kohler/Ulrich Wilhelm (Hrsg.): Weimarer Verhältnisse? Historische Lektionen für unsere Demokratie, Stuttgart 2018.

Hauptseminar / Seminar im Aufbaumodul
Der Staat als Täter: Wahrnehmung und Umgang mit staatlicher Gewalt im späten 19. und 20. Jahrhundert
PD Dr. Annette Weinke
Mi. 10-12 Uhr
HI, SR
Anlässlich der zurückliegenden Gedenkfeiern zum einhundertjährigen Jubiläum des Kriegsendes 1918 wurde vielfach darauf hingewiesen, dass der Weg zu einer gesamteuropäischen Friedensordnung von zahlreichen Umwegen und Rückschlägen gepflastert war. Erst nach zwei verheerenden Weltkriegen und den nationalsozialistischen Großverbrechen gelang es 1945 erstmals und überwiegend beschränkt auf den (klein-)westeuropäischen Raum, Krieg und Gewalt als Mittel zwischenstaatlicher Auseinandersetzungen erfolgreich einzudämmen. Mit dem Übergang vom warfare state zum welfare state ging zudem ein Mentalitäten- und Normenwandel einher, der sich in gesellschaftlicher Entmilitarisierung, postheroischen Erinnerungskulturen und der Therapeutisierung von Gewalterfahrungen manifestierte. Diesem Trend zu einer wachsenden Ächtung von staatlicher Gewalt in den Industriestaaten des Nordens stand allerdings entgegen, dass das Weiterbestehen kolonialer Gewaltpraktiken erst seit wenigen Jahren in das Bewusstsein europäischer Gesellschaften getreten ist. Das Seminar beschäftigt sich mit den Ursachen, Ausgangskonstellationen und Erscheinungsformen des Kampfes gegen staatliche Gewalt. Es fragt zudem nach den Konsequenzen und Wirkungen, aber auch nach den Grenzen eines Projekts, das oftmals etwas einseitig als Ergebnis eines europäischen Lernprozesses gedeutet wird.
Literatur: Annette Weinke, Gewalt, Geschichte, Gerechtigkeit. Transnationale Debatten über deutsche Staatsverbrechen im 20. Jahrhundert, Göttingen 2016; Svenja Goltermann, Opfer. Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne, Frankfurt a.M. 2017, Gabriele Metzler, Das Jahrhundert der Gewalt und ihrer Einhegung, in: Martin Sabrow/ Peter Ulrich Weiß (Hrsg.), Das 20. Jahrhundert vermessen. Signaturen eines vergangenen Zeitalters, Bonn 2017, S. 21-39.

Hauptseminar / Seminar im Aufbaumodul
Von Treitschke bis Trump: Wirtschaftskrisen und Populismus
PD Dr. Tim Schanetzky
Mi. 16-18 Uhr
UHG, SR
In seiner klassischen Studie "Große Depression und Bismarckzeit" hat Hans Rosenberg einen systematischen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher und politischer Entwicklung hergestellt, die heute unter dem Schlagwort Populismus erstaunlich aktuell ist: Kulturkampf, Antisemitismus, Schutzzollpolitik. Das Seminar nimmt diese aus den 1960er Jahren stammende Analyse als Ausgangspunkt, um dem Zusammenhang zwischen ökonomischen Verwerfungen und politischer Polarisierung anhand neuerer empirischer Forschungen nachzugehen. Es wird seinen Schwerpunkt vor allem auf die 1870er Jahre, die Zwischenkriegszeit und auf die Vorgeschichte der Gegenwart legen, also auch die mittelbaren Auswirkungen der Finanzkrise von 2008 miteinbeziehen.
Einführende Literatur: Adam Tooze: Crashed. Wie zehn Jahre Finanzkrise die Welt verändert haben, München 2018; Martin H. Geyer: Kapitalismus und politische Moral in der Zwischenkriegszeit. Oder: Wer war Julius Barmat? Hamburg 2018; Hannah Catherine Davies: Transatlantic Speculations. Globalization and the Panics of 1873, New York 2018.

Oberseminar/Seminar im Vertiefungsmodul
PD Dr. Annette Weinke
Di. 18:30-20 Uhr
HI, SR
Das Oberseminar ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden, die im Bereich des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit Bachelor-, Master- oder Staatsexamensarbeiten beschäftigt sind oder sich darauf vorbereiten wollen, und zwar beginnend bereits im Semester vor der Anmeldung der jeweiligen Arbeit. Wird das Oberseminar im Vertiefungsmodul besucht, ist eine Besprechung des Examensthemas vor Semesterbeginn erforderlich. Darüber hinaus herzlich eingeladen sind die Studierenden des Masterstudiengangs "Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts" und die Doktoranden des Lehrstuhls. Persönliche Anmeldung in der Sprechstunde erbeten.

Kolloquium
Zeitgeschichtliches Kolloquium
Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller / Prof. Dr. Anke John / Prof. Dr. Volkhard Knigge / Prof. Dr. Joachim von Puttkamer /PD Dr. Tim Schanetzky / PD Dr. Franziska Schedewie / PD Dr. Annette Weinke
Mi. 18-20 Uhr
Zwätzengasse 4, SR
Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Prof. Dr. Anke John, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Joachim von Puttkamer, PD Dr. Tim Schanetzky, PD Dr. Franziska Schedewie und PD Dr. Annette Weinke gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen und aufgefordert sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.

Doktorandenschule Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts
Ort und Zeit nach Vereinbarung
Im Rahmen seiner Doktorandenschule veranstaltet das Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts fünf ganztägige Seminartage (aktuelle Informationen unter www.jenacenter.uni-jena.de). Die Teilnahme ist grundsätzlich den Mitgliedern der Doktorandenschule vorbehalten. Neue Interessenten wenden sich bitte an den Leiter des Jena Center, Prof. Dr. Norbert Frei.



Die Republik von Weimar. Geschichte und Aktualität
Prof. Dr. Norbert Frei
Di. 16-18 Uhr
UHG, HS 235
Die aktuelle Debatte über den politischen Populismus in Deutschland und Europa sorgt nicht nur hierzulande für ein neues Interesse an der Geschichte der Weimarer Republik, das sich im Vorfeld des bevorstehenden hundertsten Jahrestags ihrer Gründung noch verstärken dürfte. Die Vorlesung folgt der ersten deutschen Demokratie von ihrer Entstehung 1918/19 bis zur Ernennung Hitlers am 30. Januar 1933 und versucht, die angesichts einer jahrzehntelangen Forschungsgeschichte vielfach selbst schon "klassisch" gewordenen fachwissenschaftlichen Kontroversen mit neueren historiographischen Ansätzen und gegenwärtigen demokratiepolitischen Fragen zu verbinden. Die Vorlesung richtet sich an Hörer aller Semester und kann auch unabhängig von Modulen besucht werden.
Klausurtermin: 31.1.2017, 16-18 Uhr
Einführende Literatur: Eberhard Kolb/Dirk Schumann, Die Weimarer Republik. 8., aktualisierte und erweiterte Auflage, München 2013; Detlev J. K. Peukert, Die Weimarer Republik. Krisenjahre der klassischen Moderne. Neuausgabe Frankfurt/Main 1996.Vorlesung
Die Bundesrepublik und die DDR in den 1960er Jahren
Prof. Dr. Norbert Frei
Di 16-18 Uhr
UHG, HS 235
Die Vorlesung behandelt die Geschichte der beiden deutschen Staaten vom Mauerbau bis zum Beginn der sozialliberalen Koalition beziehungsweise bis zum Ende der Ära Ulbricht. Schwerpunkte bilden die jeweilige innere politische und gesellschaftliche Entwicklung sowie die deutsch-deutsche Beziehungs¬geschichte. Darüber hinaus werden die Grundzüge der in-ternationalen Politik und der weltweiten sozialkulturellen Umbrüche thematisiert, die dieses Jahrzehnt prägten. Soweit dies im Rahmen einer Überblicksvorlesung möglich ist, sollen aber auch historiographische Deutungskontroversen zur Sprache kommen. So etwa die These, wonach die sechziger Jahre in der Bundes¬republik zur Periode der "inneren Begründung" der zweiten Demokratie geworden sind. Für die Entwicklung der DDR in dieser Zeit ist unter anderem zu klären, inwiefern von einer Phase der inneren Konsolidierung gesprochen wer-den kann. Die Vorlesung richtet sich an Hörer aller Semester und kann unabhängig von Grund- und Fachmodulen besucht werden.
Klausurtermin: 10.7.2018, 16-18 Uhr
Einführende Literatur: Christoph Kleßmann: Zwei Staaten, eine Nation. Deutsche Ge-schichte 1955-1970, Bonn 21997; Axel Schildt/Detlef Siegfried/Karl Christian Lammers (Hrsg.): Dynamische Zeiten. Die 60er Jahre in den beiden ¬deutschen Gesellschaften, Ham-burg 2000; Hermann Weber: Die DDR 1945-1990, München 2006 (4. Aufl.).